
Vetter: Millionen-Investitionsspritze für das Saarland
Mit einer anfänglichen Investitionssumme von rund 480 Mio. Euro hat die Ravensburger Vetter Pharma ihre Standorterweiterungsplanung in Saarloius, Saarland, nun konkretisiert. Der ehemalige Automobilstandort soll bis 2031 umgerüstet werden und einmal bis zu 2.000 Mitarbeiter im Contract Development und Manufacturing beschäftigen.
„Großes entsteht immer im Kleinen“ lautet das Landesmotto der Saarländer, und selten passte dieser Satz so gut wie auf die jüngste Ansiedlungsmeldung aus Saarlouis. Der Pharmadienstleister Vetter Pharma plant hier eine der größten Einzelinvestitionen seiner Unternehmensgeschichte und setzt damit ein starkes Signal weit über die Landesgrenzen hinaus.
Rund 480 Mio. Euro will das Familienunternehmen aus Ravensburg zunächst in den Aufbau einer hochmodernen Produktionsstätte investieren. Der Baustart ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen, die Aufnahme der Medikamentenherstellung für 2031. Langfristig könnten am neuen Standort bis zu 2.000 Arbeitsplätze entstehen. Bereits Ende 2024 hatte Vetter das rund 40 Hektar große Industriegelände in Saarlouis erworben, die EU genehmigte staatliche Beihilfen von bis zu 47 Mio. Euro, also rund 10% des von Vetter als „initiale“ Investitionssumme beschriebenen Millionenbetrages.
Symbolkräftiger Wandel
Bemerkenswert ist nicht nur das Volumen der Investition, sondern auch ihre Symbolkraft. Saarlouis steht wie kaum ein anderer Ort für den Strukturwandel: Wo über Jahrzehnte Fahrzeuge der Marke Ford vom Band liefen, soll künftig an der Herstellung injizierbarer Medikamente für Patienten weltweit gearbeitet werden. Der Schritt von der klassischen Industrie hin zur Gesundheitswirtschaft markiert einen deutlichen Wandel und eröffnet neue Perspektiven für die Region.
Vetter selbst, so heißt es aus mit dem Unternehmen eng verbundenen Kreisen, messe dieser Symbolkraft keine ganz so große Bedeutung bei wie die dortige Landespolitik. Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit langfristigen strategischen Überlegungen und überzeugenden Standortfaktoren. Vetter konzentriert seine Wachstumsstrategie auf Europa und die USA und bekennt sich ausdrücklich zum Standort Deutschland. „Langfristiger Erfolg entsteht durch die richtige Balance zwischen Stabilität und gezielter Expansion“, betont Senator h.c. Udo J. Vetter, Vorsitzender des Unternehmensbeirats. Zugleich unterstreicht er das Vertrauen in das Saarland und das langfristige Engagement des Familienunternehmens im globalen Pharmamarkt.
Spritzen statt Blech
Auch die Landesregierung wertet die Ansiedlung als wichtigen Meilenstein. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger spricht von einem starken Zukunftssignal, Wirtschaftsminister Jürgen Barke von einer gezielten Diversifizierung der saarländischen Wirtschaft. Neue Arbeitsplätze in einem wachsenden Markt, so der Tenor, stärken das Land im Strukturwandel und erhöhen seine Attraktivität als Innovationsstandort.
Seit mehr als 75 Jahren steht Vetter für Qualität und Präzision in der pharmazeutischen Produktion. Mit vielen Millionen Investitionen hat sich die einstige Ravensburger Apotheke zu einem prägenden Arbeitgeber für die mittelalterliche Handelsstadt am Flüsschen Schussen entwickelt. Das neue Werk in Saarlouis erweitert die Unternehmenskapazitäten deutlich und könnte für das Saarland mit seinen rund eine Million Bewohnern ähnlich prägend werden. Vetter Pharma zeigt damit auch, dass große industrielle Zukunftsprojekte nicht zwingend Metropolen brauchen. Manchmal reicht auch ein kleines Bundesland, um vielleicht Großes entstehen zu lassen.


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